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Standort Töging

Die Stadt Töging a. Inn liegt im Westen des oberbayerischen Landkreises Altötting und zählt im Jahre 2018 rund 9.300 Einwohner.

Wenn wir einen Blick zurück in die Töginger Geschichte werfen, so stellen wir eine über Jahrtausende reichende, fast ununterbrochene Besiedelung fest. An beiden Ufern des Inns und im Innbett wurden zahlreiche Funde aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit gemacht. Kelten, Römer und Bajuwaren waren neben einer Vielzahl germanischer Stämme die Bewohner auf Töginger Gemeindeflur, die das Gebiet am stärksten geprägt haben. Töging ist ein sogenannter „-ing-Ort" mit einem Personen- bzw. Sippennamen davor, typischer Hinweis auf eine germanisch-bajuwarische Ansiedlung. Im Salzburger Urkundenbuch ist 1050 ein Ort „Teginingun" bezeugt, doch ist nicht gesichert, ob es sich dabei um das heutige Töging handelt. Die erste Urkunde, die sich mit Sicherheit auf Töging bezieht, findet sich im Salbuch Herzog Heinrichs XIV. von Niederbayern und stammt aus dem Jahre 1300.

Über Jahrhunderte hinweg verharrte Töging in seiner Eigenschaft als Bauerndorf, das vor größeren Katastrophen verschont geblieben war. Erst die Industrialisierung zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hat die Entwicklung Tögings entscheidend vorangebracht.
Ausschlaggebend für die Ansiedlung der Industrie waren die vorhandene Wasserkraft des Inns und die natürliche Geländestufe, die optimale Vorraussetzung für die Gewinnung von Energie bot. So wurde im Jahre 1917 die Innwerk AG gegründet, die von 1919 bis 1924 ein Kanalkraftwerk errichtete. Von vornherein war als Abnehmer der gewonnenen elektrischen Energie eine Aluminiumhütte geplant, die gleichzeitig errichtet wurde und 1924 mit einem für eine Jahresproduktion von 10.000t ausgelegten Ofenhaus in Betrieb ging. Im Laufe der Jahrzehnte wurden weitere Ofenhäuser errichtet und die Jahresproduktion zeitweise auf 90.000t Aluminium erhöht, womit das Töginger Werk an der Spitze aller Aluminiumhütten Deutschlands lag.

Parallel dazu stieg die Einwohnerzahl bedingt durch den starken Zustrom von Arbeitskräften von 498 im Jahre 1919 über 2.166 im Jahre 1935 auf fast 6.500 im Jahr 1945. In der Nachkriegszeit haben viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge in Töging a. Inn eine neue Heimat gefunden und damit einen zweiten Bevölkerungsschub ausgelöst.

Die industrielle Bedeutung, die hohe Bevölkerungszahl mit zwischenzeitlich über 8.500 Einwohnern und die strukturelle Entwicklung fanden schließlich 1972 in der Erhebung Tögings zur Stadt ihre Würdigung.

Ein dritter Bevölkerungsschub setzte 1989 mit der Öffnung der Grenzen zum früheren Ostblock ein. Zwei Übergangswohnheime für Aussiedler haben bewirkt, dass viele der deutschstämmigen Menschen aus der früheren Sowjetunion und aus Rumänien in Töging a. Inn ihre neue Heimat gefunden haben.

Seit Beginn der 50iger Jahre wurden Zug um Zug alle Einrichtungen geschaffen, die für ein modernes Gemeinwesen unabdingbar sind. Die zentrale Wasserversorgung wurde stetig ausgebaut und verbessert und ebenso das gesamte Stadtgebiet kanalisiert. Die ursprünglich errichtete mechanische Kläranlage wurde Mitte der achtziger Jahre durch eine vollbiologische Anlage ersetzt, 1997 erneut den modernsten Anforderungen angepasst und 2007 bis 2009 bereits wieder erweitert und modernisiert. Neben zwei Schulen gibt es in Töging a. Inn drei Kindergärten, zwei in der Trägerschaft der örtlichen Pfarreien und einen unter der Trägerschaft des Roten Kreuzes. Spielstube und Mittagsbetreuung an den Schulen zeugen davon, dass den jungen Mitbürgern ein besonderes Augenmerk gewidmet wird.

Von größerem Strukturwandel blieb auch Töging nicht verschont in den vergangenen Jahrzehnten nicht verschont: im Jahr 1993 wurde das Ofenhaus II und 1996 das Ofenhaus I des Aluminiumwerks geschlossen, die Innwerk AG wurde in den eon-Konzern eingegliedert und im weiterem im Jahr 2009 mit anderen Wasserkraftwerken am Inn an die VERBUND AG, eine österr. Elektrizitätswirtschafts-AG, verkauft.

Aus dieser Situation heraus hat die Stadt Töging a. Inn einen Strukturwandel eingeleitet, der sie in Zukunft nicht mehr abhängig machen will von ein oder zwei Großbetrieben, die vielmehr auf einen vielfältigen Branchenmix setzt. Das ehemalige VAW-Gelände ist an mittelständische Betriebe der unterschiedlichsten Wirtschaftszweige veräußert worden, und auf diese Weise wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass im neugestalteten Industriepark Inntal wieder hunderte Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Die Stadt selbst hat auf einer Teilfläche ein Gründerzentrum für Handwerk und Gewerbe errichtet, als Hoffnungsträger dafür, dass immer wieder neue Betriebsgründungen erfolgen können. Im Jahr 2005 erfolgte die Ansiedlung des „Grünen Zentrums", damit wurde Töging auch überörtlicher Behördenstandort.

Seit 2006 ist die A 94 im Gemeindebereich von Töging (mit eigener Autobahnausfahrt) fertig gestellt. Damit ist der Anschluss an eine der wichtigsten Lebensadern Richtung München und in Zukunft auch Richtung Niederbayern hergestellt; das Gewerbegebiet an der Autobahn entwickelt sich prächtig.